Katarina Rehm Graphologie

Ist mein Kind schon schulreif?

Definition von Kritzelschrift

Unter Kritzelschreiben versteht man das nachahmende Schreiben, das Kleinkinder spielerisch betreiben, bevor sie in einem Unterricht systematisch das Schreiben erlernen. Der Kritzelbrief gibt ein Bild über das Temperament, die emotionale Ansprechbarkeit, die Lernfähigkeit und den Entwicklungsstand des Kindes. Weiterhin zeigt es seinen Lernwillen, das Aufgabenbewusstsein, den Selbstwert, die Einordnungsfähigkeit, die Fantasie und weitere Aspekte der individuellen Persönlichkeit.

Ein Kind, das solch einen Kritzelbrief schreibt, fühlt sich aufgefordert, etwas zu tun, ist aber keinem Aufgaben- oder Leistungsdruck ausgesetzt und spürt keine Angst. Es hat Gelegenheit, zu zeigen, was es kann. Die Arbeitszeit bestimmt es selbst. Kritzeln ist eine Stufe des Schriftspracherwerbs, die jedes Kind durchlaufen sollte; Schrift wird als etwas Bedeutsames erfasst. Sobald ein Kind differenzierter wahrnimmt, wird es bemerken, dass Erwachsene schreiben. Es bemüht sich, diese nachzuahmen.

Schriftbeispiel 1, männlich, 7 Jahre, Abbildung verkleinert
Der Junge ist kindlich-vital und hat viel Fantasie. Das Bildhafte spricht ihn an und bewegt ihn. Er nimmt seine Umwelt wahr und fügt sich meist ein. Kraft und Dynamik sind gut entwickelt, lenken kann er sie noch nicht. Sein Tun ist von Spontanität bestimmt. Obgleich er sich sensibel und empfindsam zeigt und ein ausgeprägtes Gefühl für Harmonie hat, fällt er in Phasen von Opposition und nervöser Unruhe. Sein gutes Selbstgefühl macht ihn vom Urteil seiner Umgebung weitgehend unabhängig. Dies kann in der Schule zu Konflikten führen, da er von seiner Vorstellung nur schwer ablässt und er für Anforderungen so nicht offen sein kann. In ruhiger, geordneter Umgebung kann er sein eher reiches Potential gut entfalten.


 
 
   
© 2017 Katarina Rehm